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Dörrobstmotte (Plodia
interpunctella)

Vor allem in wärmeren
Ländern ist diese Art ein ernster Vorratsschädling. Sie greift
besonders Dörrobst, Nüsse und Mandeln an, und die Raupe kann
als "Wurm" in Schokolade auftreten, lebt aber auch in Getreide
und Getreideprodukten. Bei günstigen Bedingungen um 25° C dauert
die Entwicklung nur 35 Tage. Wie bei anderen schädlichen Motten verlässt
auch hier die erwachsene Raupe den Nahrungsplatz, um eine geschützte
Stelle, oft an erhöhten Plätzen, zum Verpuppen aufzusuchen.
Findet man die Tiere zu Hause, so sind zuerst Teigwaren, Backwaren wie
Nüsse und Mandeln, Teemischungen mit Dörrfrüchten oder
die Tiernahrung wie Vogel- oder Nagerfutter zu untersuchen.
Kleidermotte (Tineola bisselliella)

Die Kleidermotte
ist sicher kein europäisches Tier und kam erst mit dem Kachelofen
im 18. Jahrhundert als Schädling bei uns an, da vorher die Wärme
in den Wohnungen fehlte. Sie lebt bei uns nicht im Freien und fliegt daher
auch nicht beim Fenster herein. Sie fliegt überhaupt nicht gut, besonders
die Weibchen nicht. Eine Kleidermotte legt etwa 100 Eier. Diese sind sehr
klein und weisslich und werden in Falten und zwischen die Haare von Pelzen
gelegt. Die Larven schlüpfen nach einigen Tagen und spinnen sofort
ein Rohr um sich, in dem sie geschützt leben. Diese Röhren werden
mit abgenagter Nahrung und mit Kot ausgekleidet, der die Farbe der Nahrung
hat und fast kugelförmig ist. Dieser wird meist für Motteneier
gehalten. Die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Motte kann zwischen
einem Monat und über ein Jahr dauern, je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit
und Qualität der Nahrung. Günstig sind 25° C, in erwärmten
Räumen kann man mit 4 Generationen im Jahr rechnen. Neben dem reinen
Hornstoff ist Zusatznahrung notwendig, die in Flecken im Stoff, in Mehl,
Fleisch oder toten Insekten bestehen kann. Seit Kriegsende sind Motten
stark zurückgegangen, was verschiedene Ursachen hat. Als wichtigste
gelten wohl die vielen wirksamen Imprägnierungsmittel, die auf dem
Markt kamen. Der häufige Gebrauch von synthetischen Fasern und die
schwindende Sitte, Kisten und Kasten mit Wollsachen zu füllen, trägt
auch zum Rückzug der Motten bei. Der Staubsauger und das zunehmend
trockenere Klima in unseren Wohnungen vermindert ebenfalls die Lebensbedingungen
für die Motten.
Pelzmotte (Tinea pellionella)

Die Pelzmotte ist
eine alte,
einheimische Art, die auch in natürlichen Lebensstätten im Freien
vorkommen kann. Sie ist nicht selten in Vogelnestern. Die Pelzmotte ist
schwer von der Kleidermotte zu unterscheiden, wenn man keine Lupe zur
Hilfe nimmt. Die Larven der beiden sind dagegen leicht zu unterscheiden.
Im Gegensatz zu den Röhren der Kleidermotte baut die Larve der Pelzmotte
ein Gehäuse, das sie herumträgt und das aus Nahrungsresten besteht.
Darin zieht sie sich zum Schutz vor Gefahren zurück. In diesem Gehäuse
verpuppt sich die Larve, deren Lebensweise sonst der Kleidermotte gleicht.
Sie braucht noch mehr Luftfeuchtigkeit und ist als Schädling noch
seltener geworden.
Speichermotte (Ephestia
elutella)

Sie ist eine nahe
Verwandte der Mehlmotte, bevorzugt aber Nüsse, Mandeln, Kakaobohnen
und Dörrobst. Sie ist deshalb in der Schokoladenindustrie ein ernstes
Problem. Auch andere Schmetterlinge wie die Dattelmotte und die Dörrobstmotte
sind Schokoladeschädlinge und werden miteinander verwechselt. Meist
werden die Tiere mit Rohwaren eingeschleppt. Abfälle unter Regalen
und Schränken, in alter Verpackung und in Lagerresten können
Brutstätten sein und den Befall am Leben erhalten. Auch in den Maschinen
kann sich so viel Abfall ansammeln, dass sich Raupen darin entwickeln
können. Gibt es diese Motten in einer Fabrik, so besteht immer das
Risiko, dass Eier auf Fertigwaren abgelegt werden, und dann entsteht das
Problem mit den "Würmern" in der Schokolade. Natürlich
kann der Befall auch im Lager oder Geschäft erfolgen. In vollig dichte
Packungen kann die Raupe nicht eindringen, gibt es aber die kleinsten
Spalten etwa an Falten, so werden dort die Eier abgelegt und die ganz
kleinen jungen Raupen können durch diese Öffnungen an die Nahrung
gelangen. Auch Tabak können die Speichermotten fressen. Eigenartigerweise
vertragen sie das Nikotin. Sie sind dehalb zusammen mit dem Tabakkäfer
die ärgsten Schädlingen in Tabaklagern und Fabriken. Fliegen
Speichermotten in der Wohnung oder kriechen die Raupen herum, ist die
Brutstätte meist in einer Tüte Rosinen, Nüsse oder Mandeln
zu suchen, die schon lange dasteht und dann schnellstens entfernt werden
sollte.

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