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Hausmaus (Mus musculus)

Die Hausmaus stammt
ursprünglich aus dem südwestlichen Teil Asiens, und ist von
hier mit menschlicher Unterstützung über die ganze Erde verbreitet
worden. Sie ist sehr anpassungsfähig und kommt heute fast überall
vor, wo es Menschen gibt. Bei uns ist die Hausmaus fast ganz an Gebäude
gebunden, einige leben im Sommer im Freien, suchen aber im Herbst wieder
Gebäude auf. Im Inneren der Gebäude kann die Hausmaus überall
dort wohnen, wo es Nahrung gibt und etwas zum Nestbauen. Sie hält
sich besonders auf Dachböden, unter Fussböden und in hohlen
Mauern auf. Von hier nagt sie sich durch das Holzwerk in Speisekammern
und andere Räume, wo es Nahrung gibt. Das Nest, besteht aus einem
Haufen unordentlichen Materials, das die Tiere gesammelt haben und wird
an geschützter Stelle angelegt. Unter günstigen Verhältnissen
bringt die Maus gut 6 bis 8 Würfe im Jahr, meist aber weniger. Sie
frisst alles, bervorzugt aber Getreide und seine Produkte, nimmt bei Nahrungsmangel
aber auch Seife, Stearin und Kitt. Eine erwachsene Maus frisst etwa 3
g Nahrung pro Tag, was 70 bis 100 Getreidekörnern entspricht; viel
mehr werden aber zerstört, die die Körner selten ganz aufgefressen
werden. Noch mehr Schaden entsteht durch Verunreinigung der Ware mit Urin
und Kot und durch Zerstörung der Säcke und anderer Packmaterialien
durch Zernagen. Selbstverständlich entsteht auch Schaden durch Zernagen
von Holz, Isolationen, Papier und Textilien.
Hausratte (Rattus
rattus)

Sie wird auch schwarze
Ratte genannt. Wahrscheinlich stammt sie aus Südostasien und hat
sich über grosse Teile der Erde verbreitet. Im frühen Mittelalter
kam sie nach Europa und verursachte grosse Schäden, bis sie von der
Wanderratte verdrängt wurde. Die Hausratte verursachte die Pestepidemien,
die im Mittelalter als "Schwarzer Tod" Europa verheerten. Die
Hausratte ist bei uns fas verschwunden, wird aber regelmässig von
Schiffen eingeschleppt und findet sich daher besonders in Hafenorten.
Sie ist noch mehr als die Wanderratte an den Menschen gebunden, braucht
mehr Wärme und kommt bei uns nicht im Freien vor, im Gegensatz zur
Wanderratte. Wenn beide Rattenarten im gleichen Gebäude leben, findet
man die Hausratte in den oberen Stockwerken, die Wanderratte dagegen in
den unteren und im Keller. Die Hausratte verträgt viel Trockenheit
und läuft und klettert besser als die Wanderratte. Sie kann zum Beispiel
über einen Telefondraht von einem Haus zum anderen laufen. Auch die
Hausratte ist ein soziales Tier, das in Rudeln lebt. Sie ist mit weniger
und kleineren Würfen nicht so fruchtbar wie die Wanderratte. Sie
ist Allesfresser, bevorzugt aber pflanzliche Nahrung, vor allem Körnerfrüchte.
Wanderratte (Rattus
norvegicus)

Die Wanderratte
kommt heute fast überall auf der Erde vor. Man glaubt, dass sie in
Ostasien zu Hause ist und sich zu Fuss und per Schiff ausgebreitet hat.
Sie kam ziemlich spät nach Europa, man hört von ihr erst zu
Beginn des 18. Jahrhunderts. Dann aber erfolgte die Besiedlung sehr schnell.
Die Anpassungsfähigkeit der Wanderratte ist sehr gross und sie verdrängte
bald die Hausratte. Sie fühlt sich in den verschiedensten Lokalitäten
wohl, ist aber hauptsächlich an Wohnhäuser, Lager und Ställe
gebunden, wo sie die feuchtesten Orte vorzieht. In unseren Siedlungen
lebt sie hauptsächlich in den Abwasserkanälen, wo sie sich von
Küchenabfällen ernährt und ihr Nest aus Papier, Watte oder
ähnlichen Stoffen baut. Dazu sucht sie einen trockenen Platz. Bricht
ein Abwasserrohr, so dringen die Ratten durch die Öffnungen in umgebende
Räume und erzeugen erhebliche Zerstörungen. Die Wanderratte
ist Allesfresser, sie nimmt ebenso gern pflanzliche wie tierische Kost
und kann auch als Räuber auftreten und junge Enten und Hühnerküken
töten. An einigen Stellen unserer Erde muss man rechnen, dass fast
die Hälfte aller Lebensmittel von Ratten gefressen werden. So weit
geht das bei uns nicht, aber die Verluste sind trotzdem beträchtlich.
Wie bei den Mäusen besteht die Zerstörung vor allem im Zernagen
der Verpackung und in der Verunreinigung durch Kot und Urin. Diese Stoffe
enthalten manchmal Krankheitskeime und können Gefahren für die
Gesundheit des Menschen und seiner Haustiere bedeuten. Unter günstigen
Bedingungen in Getreidemagazinen und Ställen vermehrt sich die Wanderratte
das ganze Jahr und ist überaus fruchtbar. Ein Rattenpaar und seine
Nachkommen erzeugen im Jahr ca. 1000 Individuen. Die Ratten leben in Rudeln
und erkennen sich am Geruch. Sie sind scheu und meist im Dunkel aktiv.
Sie wagen sich selten auf offene Plätze, sondern bewegen sich entlang
von Mauern und Wänden.

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